Montag, 31. Mai 2010

Tag der Landwirtschaft in Brakel




Glücklicherweise schauerte der Regen nur zeitweise, so dass wir unter dem Vordach einer Scheune spinnend sitzen bleiben konnten und von 10.00 bis 18.00 Uhr die Handwerkskunst vorführten. Spinnschwester Dominique brachte die schönen Fotos hervor.
Nadelbinderin Bärbel aus Blomberg schloß sich den Wollküren an.

Immer wieder erstaunt zeigen sich die Zuschauer, dass neue Spinnräder in Benutzung sind. Manchmal rufen die Fragen nach alten Rädern Verwunderung und auch Ärger in mir hervor. Alte Handwerkskunst scheint in den Augen von Nicht-Wissenden nur mit altem Gerät am besten aus dem 18. Jahrhundert richtig zu sein...
Für mich ist das Spinnen etwas relativ Neues und ich vollziehe es gerne mit gutem, funktionierendem Gerät. Ich selbst komme mit funktionstüchtigen alten Rädern auch gar nicht klar. Gelernt habe ich auf einem Delft - ein Riesenrad!. Die Kompaktheit diese Rades schätze ich sehr. Da kannste hinfassen und auch Laien insbesondere Kinder dranlassen ohne Angst, es ginge etwas kaputt.
Meine Tochter lernte aus diesem Grund- da kann ich einfach dran- das Spinnen. Eine Spinnerin aus unserem Dorf erzählt immer, dass ihre Enkelchen leider nicht spinnen können, die dürfen gar nicht sich ausprobieren an dem antiquarischen Gerät...
Ich schreibe mich in Rage, das wollte ich eigentlich nicht!
Mir ist immer wichtig, den innovativen Charakter des Spinnens zu transportieren. Den geschichtlichen, traditionellen Aspekt ordne ich unter den des Selber-Machens als immensen Teil der Persönlichkeit. Aus dieser Perspektive halte ich auch wenig davon, auf Vorführungen altertümliche Kleidung oder Tracht zu tragen, da dieses den kreativen Part des Spinnens in heutiger Zeit nicht zum Vorschein kommen läßt.

Auf dem Mittelaltermarkt oder auf Dorfjubiläen ist das "Verkleiden"
jedoch auch für mich selbstverständlich, da ist ja eine andere Überschrift.
Au revoir LG Sabine

PS Unser Schild hat Neues: Zwei kleine feine Unterhöschen, eines sogar mit Doppeleingriff wurden von Spinnschwester Petra H. angefertigt...

1 Kommentar:

  1. Ich teile Deine Meinung voll und ganz. ich stehe auch auf dem Standpunkt: ein altes Handwerk muß man in der heutigen Zeit modern gestalten. Nur so motivieren wir andere Menschen in der schnellebigen Zeit. Auf dieser Ebene kann es auch nur erhalten werden. Das ist mit allen alten Künsten so. Viele Grüsse, Katja

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