Montag, 14. Juni 2010

Effekte - (2)

Beobachtungen und Betrachtungen

Mein Bemühen um Effektgarn spinnen ermöglicht neben der Entstehung wundersamer Fäden auch die Beobachtung anderer Effekte:

In voller Absicht stelle ich mich gegen die Ordnungsprinzipien, die ich beim bisherigen Spinnen erworben habe. Ich wirke diesen entgegen: Statt Flauschgarn lasse ich viel Drehung entstehen, eine Ungleichheit der Faserdichte wird zugelassen, Einheitlichkeit wird erstmal zur Nebensache.

Auf-bzw. Erregung ersetzt Entspannung. Gelassenheit, Gedankenschweifen lassen, Eins-Sein im Tun ist erstmal perdu.

Das Material scheint wichtig zu sein.Meine selbst gewaschene, kardierte, gefärbte Wolle von unterschiedlichen Schafrassen scheint nicht geeignet.
Zu viele nicht zu kontrollierende , unbeabsichtigte Unregelmäßigkeiten entstehen durch unterschiedliche Faserlängen und -dichte. Und schließlich ist das Einzugsloch am KIWI trotz Jumbo-Flügels zu eng. Spätenstens am Einzugsloch staut sich alles...
Ach, Verzweiflung stellt sich ein. Autodidiaktisch scheine ich nicht weiterzukommen. Werde auf mich zurückgeworfen und bin planlos, habe keinen Antrieb für Neues mehr; besinne mich auf meine Fertigkeiten und genüge mir erstmal so!

... und doch lockt es mich wieder und der nächste Versuch, mit etwas Eigenem - mit meiner Wolle und meinem Rad- mir eigene Effekte zu erzielen, startet. Wieder beginnt das Spiel, in meiner Begrenztheit mich dennoch zu entgrenzen. Spinnen birgt wahrlich mehr als das Hervorbringen eines Fadens...
LG Sabine

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