Freitag, 22. Oktober 2010

Das Westfalenblatt schreibt:

Spinnen kennt keine Grenzen
Netzwerken auf Spinnerart heißt, sich an einem besonderen Ort zusammenzufinden, gemeinsam zu werken, sich auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren.

Und dieses Rezept ist auf Einladung der »Wollküren«, der Spinngruppe Reelsen, beim Spinnwebentag in der Burg Dringenberg sehr gut aufgegangen. Der Heimatverein hat sich dabei als hervorragender Gastgeber gezeigt und sich über die vielen Besucher in der Burg gefreut. Hunderte Kilometer weit fuhren einige der insgesamt 55 Handwerker, um beim großen Jahrestreffen der textilen Handwerksfreunde dabei zu sein. Im und vor dem Rittersaal reihten sich Spinner und Weber auf und präsentierten ihr Handwerk und einzigartige Ergebnisse ihres Werkens. Besonderer Höhepunkt war die Modenschau, die Moderatorin Sabine Erkeling-Bruhn als »Werkschau« relativierte, um die Erwartungshaltung der Zuschauer zu senken.

Die Handwerker präsentierten meist selbst ihre aufwendig gearbeiteten Mützen, Schals, Handschuhe, Umhänge, Ponchos, Jacken, ein Strickmantel und gefilzte Handtaschen. Jedes Unikat ein echter Blickfänger. Das I-Tüpfelchen der Schau war die von Petra Haase selbstgestrickte und unter Jubel und großem Applaus selbstpräsentierte wollene Unterhose. »Da werden Erinnerungen wach« erzählte eine Zuschauerin und wischte sich die Lachtränen aus den Augen.

Beim Wettspinnen am Nachmittag setzten sich Zeitgleich 23 Spinnräder in Bewegung. Es galt aus zehn Gramm Merinowolle einen möglichst langen Faden zu spinnen, ohne Zeitlimit betonte Karl-Heinz Rieckmann. Dabei wurden Fadenlängen zwischen 40 und 100 Metern von den Teilnehmern der Spinngruppen aus Detmold, Hummersen, Hövelhof, Bielefeld, Springe, Polle, Uslar, Meinerzhagen, Solingen, Capellenhagen, Diepholz und Herscheid/ Lüdenscheid gesponnen. Den längsten Faden und die weiteste Anfahrt hatte an diesem Tag die niederländische Gruppe »De Spintol« aus Zelhem.

Für wahren Hörgenuss während des Treffens sorgte die Dringenberger Musikgruppe »Teidverdreif«, die mit mittelalterlicher Musik Besucher und Handwerker verzauberte. Alle Aktiven waren sich einig: »Es hat sich gelohnt. Schon allein der Musik wegen.«

Der fünfte Spinnwebentag findet im Frühjahr im Bauernhausmuseum in Bielefeld statt.



Gefunden mit LG von Sabine

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