Dienstag, 7. Februar 2012

Der Vorgang des Zwirnens...

... stellt für mich den zärtlichsten Part im Handspinnen dar; erst recht seit sich meine Auszugstechnik "verbessert" hat. Ist das Spinnen an sich schon sehr sinnlich, stellt sich das Zwirnen als wahre Hoch-Zeit dar:


Zwei Fäden

mit Unebenheiten
fest fast hart
flauschlos
als Single existierbar
bar von Eleganz

auf ihren Spulen des Moments der Vereinigung harrend

du drehst sie gegen ihre Richtung
die Fäden winden sich umeinander
die Fasern gehen ineinander auf
im Bad findet ihre Verbindung den Höhepunkt
plustern sich die Fasern doch auf, verhaken sich gemäß ihrer naturgegebenen Kräuselung und
aus

zwei wurden eins

ein Ausgleich fand statt
Härte verwandelt sich in Weiche
Belastungen sind nun möglich
Ja, manchmal verzwirne ich mich mit mir selbst:
 meine persönlichen Schwächen
drehe mich ein wenig in eine andere Richtung
nehme hier und da ein wenig Druck raus
begegne mir zärtlicher
Als Single kann ich existieren, aber erst in der Gemeinschaft gehe ich auf... dankbar


DAS ist meine Spinnosophie



LG Sabine

Kommentare:

  1. Oh wie schön Du das beschreibst.

    Danke dafür.

    LG Uta

    AntwortenLöschen
  2. Wow, wie poetisch. Und was für schöne bunte Fäden in letzter hier gezeigt wurden.
    Ich freue mich auf Braunschweig, auf Dich und die anderen Mitstreiter. Mach mal das hier bekannt:
    Spinntreff einmal monatlich an jedem zweiten Samstag im Dorfgemeinschaftshaus in Lügde-Hummersen.
    Beginn immer 14 Uhr, Ende werden wir sehen
    Erster Treff am 10.03.2012
    Eingeladen sind Mitglieder der Handspinngilde und alle, die unser Handwerk gerne in Gesellschaft ausüben. Geplant sind auch Kurse und gelegentliche Färbetage. Mehr auf meiner Homepage www.anno1823.de unter "Termine"

    AntwortenLöschen