Freitag, 16. März 2012

Eine Geschichte von zwei Ziegen

In der Ariadne - die nicht mehr im Netz erscheint! - hat Brigitte ihren Weg zum Spinnrad erzählt. Mit ihrem Einverständnis schreibe ich sie auch hier  hier auf:


Die Geschichte von zwei Ziegen

Ein Verhältnis zur Spinnerei existierte nicht, wohl eine Hochachtung und große Bewunderung vor diesem Ur-Handwerk.

Bei einem Stadtbummel durch Rinteln sah ich "Es", ein Spinnrad, hübsch gedrechselt, wunderschön. "Wir " verliebten uns sofort! Das Rad hat eine Seele, denn Wochen später stand es plötzlich in meinem Zimmer. Ich war entzückt, umgarnte es mit meiner Freude.

Die Erinnerung an meine erste Begegnung auf dem Handwerkermarkt in Schwalenberg mit der damaligen Spinngruppe Reelsen löste in mir einen Impuls aus, es mit der Spinnerei zu versuchen, dabei ignorierte ich aber völlig meinen technischen Unverstand.
Karl-Heinz R. befand mein Rad für funktionstüchtig, sprach mir Mut zu und gratulierte zu einer Ziege!

Oh je, Ziege trifft auf Ziege!

Diese Ziege brachte mich völlig um den Verstand, aber aufgeben, nein niemals. Sie war auf Krawall gebürstet, bockte wie verrückt, wollte schon gar nicht wie ich, lief mehr rückwärts als vorwärts nur... bei Karl-Heinz R. war das Luder zahm und willig.

Doch dann, als ich endlich begriffen hatte, dass dieses Rädchen an sich ja intelligent ist, schnurrte meine Ziege wie ein Kätzchen. Und endlich zog ich keine Gummifäden und dicke Wollschnüren mehr aus meinen Fingern, sondern einen Faden, der schöner nicht sein kann. Mein Zieglein und ich, wir lieben uns, haben viele schöne gemeinsame Stunden miteinander.Mein Appell an alle Anfänger-Spinnerinnen und -spinner:
"Bleibt am Rad!"

LG Sabine

Kommentare:

  1. Eine schoene Geschichte. Bei mir war es genauso. Mein sehr altes hollaendisches Rad habe ich als Geschenk bekommen. Und ich bin geblieben und freue mich sehr, dass ich es getan habe.

    Liebe Gruesse

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  2. Leider war es bei mir gar nicht so. Auch ich hatte zuerst ein altes Rädchen (bei eb... ersteigert). Es wollte gar nicht. Kein Wunder, das Rad eierte auch wie verrückt und später erfuhr ich dann von Kalleknopf dass man sowas nicht mehr reparieren kann. Also kaufte ich mir ein neues Rädchen aus Polen. Das war so willig, dass ich innerhalb etwa 4 Wochen ohne jeden Unterricht ein hübsches Fädchen produzieren konnte. Zwischen September und Ende November lernte ich wie besessen und produzierte immerhin gut 1000 g Strickgarn für einen Pullover,den Männe zu Weihnachten bekommen sollte. Das schaffte ich dann auch tatsächlich.

    Und heute ist dieser erste Pullver aus dem ersten selbst gesponnen Garn sowas wie eine Trophäe. Ich bin noch immer stolz wie Oskar darauf.

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